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Tithi Luadthong, Aleksey Tugolukov (123rf)

Ein düster-melancholischer SF-Thriller… oder ist das auch Fantasy?

Das sagt der Klappentext:

„Diskret und mit tödlicher Präzision erledigt Hector Basilian schmutzige Aufträge für die Europäische Sicherheitsagentur. Als er die junge Frau eines Industriemagnaten dazu „überreden“ soll, ihre Affäre mit dem abartig veranlagten Sohn eines Geschäftspartners zu beenden, laufen die Dinge aus dem Ruder: Der Auftrag entpuppt sich als Farce, Hector verliebt sich in sein Opfer – und gerät zwischen die Fronten eines rücksichtslos geführten Wirtschaftskriegs um die Vorherrschaft auf dem Gebiet der neuartigen P.S.I.M.-Technologie. Denn wer im Geschäft mit den interaktiven Hologrammen die Nase vorn hat, kontrolliert die Welt von morgen.“

P.S.I.M. steht für „pseudostoffliches interaktives Modul“. Das klingt nach Science Fiction pur – doch bis auf einige nerdige Passagen, die zum Verständnis der Grundlagen beitragen sollen, spielen Wissenschaft und Technik eine untergeordnete Rolle. Der über weite Strecken melancholische Grundton der Story entspricht der Stimmungslage des Antihelden, der seine moralische Unschuld bei einem Undercover-Einsatz gegen eine Terroristenbande verloren hat. Hector, der einsame Hitman mit den vielen Identitäten, versucht, trotz seines schmutzigen Jobs einen Rest von Integrität zu bewahren. Und wenn er gerade nicht global operierende Schwerverbrecher diskret beseitigt, führt er Diskussionen mit seiner spurlos verschwundenen Geliebten Elle, die er bei seinem Anti-Terror-Einsatz kennen gelernt hat. Aber sind Elles Erscheinungen wirklich nur ein Produkt seiner Sehnsucht und seines fragilen Geisteszustands?

Kein Fantasy-Roman kommt ohne Magie aus. Hier maskiert sie sich als bahnbrechende und, wie sich herausstellen wird, menschenverachtende neue Technologie, welche die Gesellschaft für immer verändern könnte (der begriff KI fällt übrigens kein einziges Mal in der Geschichte). Die dunklen Magiere sitzen in den Chefetagen internationaler Konzerne, ihre Machenschaften sind komplex und undurchschaubar. Doch wenn einer, der kaum mehr etwas zu velieren hat, in bester Bogart/Bacall-Manier auf die Frau trifft, die seinem Leben vielleicht doch noch einen Sinn geben könnte, legt er sich auch mit den Silberrücken-Gorillas an, welche die Schicksalsfäden der Menschheit in den ihren Händen halten – oder dies zumindest glauben, bis die brachiale Dynamik der Ereignisse sie eines Besseren belehrt.

Dass am Ende der Geschichte die Welt, wie wir sie kennen, auf der Kippe steht, ist absehbar. Unter diesen Bedingungen kann es für die Liebenden – es sind mehr als zwei, nebenbei bemerkt – kein Happy End geben. Denn die Karten sind neu gemischt, die Zukunft ist wieder ungewiss. Was bleibt ist Hoffnung, und die stirbt bekanntlich immer zuletzt.